Solarstrom realistisch berechnen – was eine PV-Anlage wirklich bringt

Teilen Sie dies über:

Der Wunsch nach Unabhängigkeit von steigenden Strompreisen motiviert viele Eigenheimbesitzer, über eine Photovoltaikanlage nachzudenken. Doch bevor eine Entscheidung fällt, steht die entscheidende Frage im Raum: Was bringt eine solche Anlage unter realen Bedingungen? 

 

Eine transparente Kalkulation ist die Basis für eine sinnvolle Investition und schützt vor Enttäuschungen. Dieser Ratgeber beleuchtet, welche Faktoren den Ertrag bestimmen und wie sich der Nutzen einer PV-Anlage zusammensetzt.

 

Was leistet eine typische Solaranlage?

 

Viele Interessenten orientieren sich an einer Anlagengröße von 10 Kilowatt-Peak (kWp), die für ein Einfamilienhaus in der Regel ausreichend ist. Die zentrale Frage nach der Stromproduktion 10 kWp PV-Anlage pro Tag lässt sich jedoch nicht mit einem einzigen Wert beantworten.

 

An einem sonnigen Sommertag kann eine optimal ausgerichtete Anlage dieser Größe 30 bis 50 Kilowattstunden (kWh) Strom erzeugen. An einem wolkigen Wintertag kann der Ertrag hingegen auf einen Bruchteil dessen sinken. Auf das Jahr gerechnet ergibt dies einen Gesamtertrag, der je nach Standort und Bedingungen üblicherweise zwischen 9.000 und 12.000 Kilowattstunden liegt.

 

Die entscheidenden Faktoren für den Solarertrag

 

Der Weg zu einer verlässlichen Ertragsprognose führt über die Analyse der standortspezifischen Gegebenheiten. Die Sonneneinstrahlung ist nicht überall in Deutschland gleich, doch auch auf dem eigenen Grundstück gibt es entscheidende Kriterien, die jede fachliche Planung berücksichtigen muss. Folgende Punkte beeinflussen die Stromausbeute maßgeblich:

 

  • Standort und Globalstrahlung: Süddeutschland profitiert von mehr Sonnenstunden als der Norden, was den Jahresertrag direkt beeinflusst.
  • Ausrichtung und Neigung: Eine reine Südausrichtung mit rund 30 Grad Neigung gilt als ideal für den maximalen Ertrag, während Ost-West-Anlagen die Stromproduktion gleichmäßiger über den Tag verteilen und so den Eigenverbrauch steigern können.
  • Verschattung: Bäume, Nachbargebäude oder Schornsteine sind kritisch zu prüfen, wobei schon die teilweise Verschattung einzelner Module die Leistung eines ganzen Strangs empfindlich reduziert.

 

Bei der Planung einer PV-Anlage ist es unerlässlich, ein detailliertes Angebot von einem qualifizierten Elektrofachbetrieb einzuholen, der die Anlage passgenau auf das individuelle Verbrauchsprofil des Haushalts auslegt.

 

Von Kilowatt-Peak zu Kilowattstunden

 

Verbraucher stoßen im Zusammenhang mit PV-Anlagen auf zwei zentrale Begriffe. Die Angabe Kilowatt-Peak (kWp) beschreibt die Nennleistung der Anlage unter genormten Laborbedingungen und dient primär dem Leistungsvergleich der Module. 

 

Die tatsächlich erzeugte und nutzbare Energiemenge wird hingegen in Kilowattstunden (kWh) gemessen – die entscheidende Kennzahl, die auch auf der Stromrechnung erscheint. Als Faustregel kann man in Deutschland von etwa 1.000 kWh Jahresertrag pro kWp installierter Leistung ausgehen.

 

Wirtschaftlichkeit – Eigenverbrauch vor Einspeisung

 

Der wahre Nutzen einer PV-Anlage bemisst sich nicht an der maximalen Stromerzeugung, sondern an der intelligenten Nutzung. Der Schlüssel zur Rentabilität liegt im Eigenverbrauch. Jede selbst erzeugte und verbrauchte Kilowattstunde spart den teuren Zukauf von Netzstrom und ist damit finanziell deutlich wertvoller als der Verkauf des Stroms über die Einspeisevergütung. Um den Eigenverbrauch zu maximieren, empfiehlt es sich, große Verbraucher wie Wasch- oder Spülmaschinen gezielt in den Mittagsstunden laufen zu lassen.

 

Mit dem Tagesertrag einer 10-kWp-Anlage an einem guten Tag lassen sich beispielsweise versorgen:

 

  • Der Betrieb einer Waschmaschine und eines Geschirrspülers
  • Die komplette Ladung eines E-Autos mit mittelgroßem Akku
  • Der Grundbedarf des Haushalts für den ganzen Tag

 

Eine weitere Möglichkeit stellt die Installation eines Stromspeicher dar. Dieser sammelt den überschüssigen Solarstrom vom Tag für die Nutzung am Abend und in der Nacht. Obwohl dies die Anfangsinvestition erhöht, steigert es die Unabhängigkeit vom öffentlichen Netz erheblich. 

 

Strom, der weder direkt verbraucht noch gespeichert wird, fließt ins öffentliche Netz. Für diesen Überschuss erhalten Betreiber die staatlich geregelte Einspeisevergütung. Da diese jedoch stetig sinkt, ist ihre Rolle für die Gesamtrendite nachrangig geworden. 

 

Unabhängigkeit durch realistische Planung

 

Eine Photovoltaikanlage ist eine langfristige Investition in die eigene Energieversorgung. Eine realistische Berechnung des möglichen Ertrags unter Einbeziehung aller Standortfaktoren ist der entscheidende erste Schritt. Sie ermöglicht eine verlässliche Prognose zur Rentabilität und schafft die Grundlage für ein Stück Unabhängigkeit von externen Stromversorgern. 

 

Wer die wesentlichen Einflussfaktoren kennt und den Eigenverbrauch klug steuert, für den stellt Solarstrom eine wirtschaftlich und ökologisch nachhaltige Lösung dar. Neben der finanziellen Ersparnis steigert eine PV-Anlage auch den Wert der Immobilie.

 

Bildquelle: https://pixabay.com/photos/man-solar-panel-rooftop-cleaning-5680696/

Verbraucherschutz Vertrauens-Index

Haben Sie Fragen?

Kontaktieren Sie uns und wir helfen 
Ihnen weiter.

Tomke Schwede

Ihr persönlicher Experte

Schreiben Sie mir eine E-Mail:

info@verbraucherschutz.tv

Sie könnten interessiert sein