Bauschutt richtig entsorgen – was Verbraucher wissen müssen

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Bei Sanierungen, Umbauten oder im Zuge von Abbrucharbeiten fallen oft große Mengen an Abfall an. Doch während die Freude über das neue Bad oder den durchgebrochenen Raum groß ist, stellt die Entsorgung der Überreste viele Verbraucher vor eine Herausforderung. 

 

Die korrekte Beseitigung von Bauschutt ist nicht nur eine Frage der Ordnung, sondern auch eine rechtliche und vor allem finanzielle Angelegenheit. Eine sorgfältige Planung und das Wissen um einige grundlegende Regeln können dabei vor bösen Überraschungen und unnötigen Kosten schützen.

 

Was genau ist Bauschutt?

 

Der Begriff Bauschutt wird im Alltag oft für alle Bauabfälle verwendet, doch das ist ein kostspieliger Irrtum. Fachleute und Entsorgungsbetriebe verstehen darunter ausschließlich mineralische Materialien. Diese Abfälle sind in ihrer reinen Form gut wiederverwertbar. Wer also beispielsweise in Berlin Bauschutt entsorgen muss, sollte auf eine saubere Trennung achten, um die günstigsten Konditionen zu erhalten. Zu reinem Bauschutt zählen unter anderem:

 

  • Ziegel, Backsteine und Klinker
  • Beton und Betonabbruch (ohne Stahlbewehrung)
  • Fliesen, Kacheln und Keramik (z.B. Toilettenschüsseln)
  • Mörtel- und Putzreste
  • Estrich und Natursteine

 

Alles, was nicht auf dieser Liste steht, gehört streng genommen nicht in einen reinen Bauschuttcontainer.

 

Eine teure Verwechslung: Bauschutt vs. Baumischabfall

 

Hierin liegt die häufigste und teuerste Fehlerquelle für Verbraucher. Sobald dem reinen Bauschutt andere Materialien beigemischt werden, wird der gesamte Inhalt des Containers als Baumischabfall klassifiziert. Dazu gehören zum Beispiel Holzreste, Tapeten, Kunststoffe, Folien, Rohre, Metalle oder auch nur kleine Mengen an Verpackungsmaterial. 

 

Die Entsorgung von Baumischabfall ist deutlich teurer, da der Entsorgungsbetrieb den Abfall nachträglich aufwendig trennen muss. Diese Mehrkosten werden direkt an den Kunden weitergegeben. Eine saubere Trennung auf der Baustelle ist daher bares Geld wert.

 

Entsorgungsmethoden für private Haushalte

 

Für die Entsorgung von Bauschutt stehen privaten Bauherren mehrere Wege offen. Die Wahl der richtigen Methode hängt stark von der anfallenden Menge ab. Die gängigste Lösung für größere Projekte ist die Anmietung eines Containers bei einem lokalen Dienstleister. Diese werden in verschiedenen Größen, meist zwischen 3 und 10 Kubikmetern, angeboten. 

 

Wichtig ist hierbei zu klären, ob für das Abstellen des Containers auf öffentlichem Grund eine behördliche Genehmigung erforderlich ist. Für kleinere Mengen kann auch die eigenständige Anlieferung bei einem Wertstoff- oder Recyclinghof eine Option sein.

 

Besondere Abfälle erfordern besondere Sorgfalt

 

Einige bei Renovierungen anfallende Materialien dürfen weder in den Bauschutt- noch in den Baumischabfallcontainer. Gipskartonplatten (Rigips) und Porenbeton (Ytong) müssen aufgrund ihrer chemischen Zusammensetzung immer separat entsorgt werden. 

 

Besondere Vorsicht ist bei einer Altbausanierung geboten. Hier können gefährliche Sonderabfälle wie Asbestplatten, alte Dämmwolle oder teerhaltige Dachpappe zum Vorschein kommen. Für diese Stoffe gelten strenge gesetzliche Vorschriften und sie dürfen nur von zertifizierten Fachbetrieben entsorgt werden.

 

Die Kosten im Blick behalten

 

Die Kosten für die Bauschuttentsorgung sind ein wesentlicher Punkt in der Budgetplanung. Sie setzen sich aus mehreren Faktoren zusammen und können regional stark variieren. Eine vorherige Anfrage bei mehreren lokalen Anbietern ist daher empfehlenswert, um Preise zu vergleichen. Die Gesamtkosten werden maßgeblich beeinflusst durch:

 

  • Die Abfallart (reiner Bauschutt ist am günstigsten)
  • Die benötigte Containergröße in Kubikmetern
  • Die Mietdauer für den Container
  • Die Transportkosten des Dienstleisters

 

Transparente Anbieter schlüsseln diese Posten in ihrem Angebot klar auf.

 

Der Wert der Wiederverwertung

 

Korrekt getrennter Bauschutt ist ein wertvoller Rohstoff. Er landet nicht einfach auf einer Deponie, sondern durchläuft den aufwendigen Prozess des Recyclings. In speziellen Anlagen wird das Material gebrochen, gesiebt und gereinigt. 

 

Das so gewonnene Granulat kann als Ersatz für Kies oder Schotter im Straßen- und Wegebau oder als Füllmaterial im Tiefbau wiederverwendet werden. Eine saubere Trennung schont also nicht nur den eigenen Geldbeutel, sondern auch wertvolle natürliche Ressourcen.

 

Fazit für den Verbraucher

 

Die richtige Entsorgung von Bauschutt beginnt mit der sorgfältigen Trennung der Materialien direkt vor Ort. Dieses Vorgehen ist der wichtigste Hebel, um Kosten zu sparen und die Umwelt zu schonen. Wer den Unterschied zwischen Bauschutt und Baumischabfall kennt und spezielle Abfälle wie Gips oder Ytong separat behandelt, ist auf der sicheren Seite. Eine gute Planung und die Einholung von Angeboten bei seriösen Containerdiensten bewahren vor Stress und unerwarteten Ausgaben.

 

Bildquelle: https://unsplash.com/de/fotos/ein-gruner-schrank-der-neben-einem-haufen-schrott-steht-BuBDz0fvMyk

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Tomke Schwede

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