Unsere umfassende Analyse im Juli 2025 zeigt, dass Plus500 grundlegend ein regulierter und börsennotierter CFD-Broker für professionelle und CFD-Kleinanlegerkonten ist, der eine sehr benutzerfreundliche Plattform bietet. Allerdings ist der Handel mit diesem Anbieter dennoch nur für eine sehr kleine und risikobewusste Zielgruppe geeignet. 82 % der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel, so die offizielle Warnung von Plus500, die als Banner auf jeder Unterseite des Webauftritts angezeigt wird und das hohe Risiko deutlich unterstreicht.
Diese Diskrepanz zwischen der seriösen Unternehmensstruktur und dem hochspekulativen Produkt ist die zentrale Erkenntnis unseres Tests. Die einfache Bedienung der App verleitet dazu, die enorme Komplexität und die versteckten Kosten von Differenzkontrakten (CFDs) zu unterschätzen. Es handelt sich hier nicht um eine langfristige Geldanlage, sondern um kurzfristige Spekulation mit einem erheblichen Verlustrisiko.
Nach wochenlanger Recherche und detaillierter Prüfung vergeben wir einen finalen Verbraucherschutz.tv-Score von 3,3 / 5,0 (Befriedigend)
Offenlegung: Wir bewerten objektiv. Wir haben die Plattform intensiv analysiert, Erfahrungen von Nutzern recherchiert und die Werbeversprechen der Marke mit den realen Kundenbewertungen verglichen. Dieser Bericht ist zu 100 % unabhängig.
Übersichtstabelle: Das Wichtigste auf einen Blick
Kategorie | Bewertung |
Gesamtbewertung | Verbraucherschutz.tv-Score: 3,3 / 5,0 (Befriedigend) |
Vorteile (Pros) | – Stark reguliert (u.a. CySEC) & börsennotiert – Sehr benutzerfreundliche Handelsplattform & App – Keine Nachschusspflicht (Schutz vor negativem Kontostand) – Unbegrenztes, kostenloses Demokonto |
Nachteile (Cons) | – Extrem hohes Verlustrisiko (82 % der Kleinanlegerkonten verlieren Geld) – Ausschließlich CFD-Handel, keine echten Aktien oder ETFs – Hohe versteckte Kosten durch Übernachtfinanzierungskosten – Schwacher Kundenservice ohne Telefon-Support – Probleme bei Auszahlungen laut Nutzerberichten |
Empfohlen für: | Ausschließlich für erfahrene, spekulative Trader mit hohem Risikokapital, die das Totalverlustrisiko verstehen und leisten können, das hohe Risiko einzugehen. |
Zur Webseite: | Direkt zu Plus500 |
Die detaillierte Analyse des Plus500-Tests: Unsere Erfahrungen nach Kategorien
Nach dem ersten Überblick folgt nun die detaillierte Analyse von Plus500. Um unsere Gesamtbewertung nachvollziehbar zu machen und die Stärken und Schwächen klar herauszuarbeiten, haben wir die Plattform in ihre wichtigsten Bestandteile zerlegt. In den folgenden Kapiteln bewerten wir jeden Bereich einzeln – von den versteckten Kosten über die Regulierung bis hin zur Benutzerfreundlichkeit der Handelsplattform.
Abgrenzung zu regulären Brokern
Bevor wir die Plattform von Plus500 bewerten, ist eine entscheidende Abgrenzung zu klassischen Online-Brokern notwendig. Wer bei Plus500 ein Konto eröffnet, kauft keine traditionellen Wertpapiere wie Aktien, um langfristig ein Vermögen aufzubauen. Stattdessen handelt man ausschließlich mit hochriskanten Finanzderivaten, den sogenannten Differenzkontrakten (CFDs).
Ein CFD ist im Kern eine Wette zwischen Ihnen und dem Broker auf die Kursentwicklung eines Basiswertes. Sie werden also nicht zum Miteigentümer einer Firma, sondern spekulieren lediglich auf steigende oder fallende Kurse. Der Hauptgrund für das extreme Risiko ist der Hebel (Leverage). Dieser ermöglicht es, mit einem kleinen Kapitaleinsatz – der „Margin“ – eine um ein Vielfaches größere Position am Markt zu bewegen.
Ein Hebel von 1:20 bedeutet beispielsweise, dass Sie mit nur 50 € eine Position im Wert von 1.000 € kontrollieren. Eine kleine Marktbewegung von nur 3 % führt dann bereits zu einem Gewinn oder Verlust von 30 €, was 60 % Ihres eingesetzten Kapitals entspricht. Verluste werden durch den Hebel ebenso massiv beschleunigt wie Gewinne.
Drohen diese Verluste Ihre Sicherheitsleistung (Margin) aufzubrauchen, kommt es zum Margin Call: Die Positionen werden vom System automatisch geschlossen, um einen negativen Kontostand zu verhindern. Für Sie als Trader bedeutet dies die schnelle und erzwungene Realisierung von Verlusten. Dieser Mechanismus ist der Hauptgrund, warum die überwältigende Mehrheit der Kleinanlegerkonten Geld verliert.
Das Verständnis dieser Besonderheiten der CFD-Investments ist entscheidend, um die Bewertung von Plus500 zu verstehen, insbesondere im Vergleich zu anderen Online-Brokern, die diese Art von Investment nicht anbieten.
Handelsangebot & Plattform-Funktionen (Score: 3,5 / 5,0)
In dieser Kategorie bewerten wir, welche Märkte der CFD-Broker Plus500 abdeckt und welche Werkzeuge die Plattform dafür zur Verfügung stellt. Auf den ersten Blick wirkt die Plus500 Handelsplattform durch ihr aufgeräumtes Design sehr übersichtlich. Dies könnte zu der Annahme führen, dass auch der Funktionsumfang eher schlicht ist. Bei genauerer Betrachtung der Handels- und Analysewerkzeuge zeigt sich jedoch ein differenzierteres Bild.
Breites Handelsangebot – Aber jeweils nur als CFD
Eine der Stärken von Plus500 ist die große Anzahl an verfügbaren Märkten. Dabei gilt aber, dass ausschließlich CFD-Trading betrieben wird. Ein wahrer Multi-Asset-Broker, bei dem auch mit anderen Instrumenten gehandelt werden kann, ist der Dienstleister also nicht. Dennoch decken die CFDs verschiedene Märkte ab, wie: Aktien, Indizes, Rohstoffe, Devisen (Forex), Kryptowährungen und Optionen.
Diese breite Palette an Handelsmöglichkeiten ermöglicht es spekulativen Tradern, auf nahezu jeden globalen Markt zu setzen.
Solide Charting-Tools und technische Indikatoren
Obwohl die Plattform sehr aufgeräumt wirkt, bietet sie eine umfangreiche Suite an Analysewerkzeugen, die für die technische Analyse essenziell sind.
- Moderne Chart-Darstellung: Nutzer können zwischen über 10 verschiedenen Chart-Typen wählen, darunter die gängigen Linien-, Balken- und Kerzen-Charts (Candlesticks). Die Möglichkeit, mehrere Charts gleichzeitig auf einem Bildschirm anzuzeigen, unterstützt die Marktanalyse zusätzlich.
- Vielzahl an Indikatoren: Die Plattform verfügt über eine große Bibliothek von technischen Indikatoren. Dazu gehören alle wichtigen Werkzeuge wie Gleitende Durchschnitte, RSI, MACD und Bollinger Bänder.
- Zeichenwerkzeuge: Trader können direkt im Chart Trendlinien, Unterstützungs- und Widerstandszonen sowie andere relevante Muster einzeichnen.
Die Grenzen der Plattform: Ein geschlossenes System
Trotz der soliden Grundausstattung wird im Vergleich mit professionellen Handelsstationen eine klare Grenze deutlich: Plus500 ist ein geschlossenes Ökosystem. Die entscheidenden Nachteile für fortgeschrittene und professionelle Trader sind:
- Keine Anbindung an externe Software: Eine Verknüpfung mit dem Branchenstandard MetaTrader (MT4/MT5) ist nicht möglich.
- Keine benutzerdefinierten Indikatoren: Trader können keine eigenen, selbst programmierten Indikatoren oder Handelsroboter (Expert Advisors) importieren und nutzen.
- Keine Social-Trading-Funktionen: Funktionen zum Kopieren der Trades anderer erfolgreicher Händler, wie sie Konkurrenten anbieten, fehlen komplett.
Die Basis-Plattform bietet also gute Bordmittel, aber keinerlei Raum für die individuelle Erweiterung oder Automatisierung, die Profis oft benötigen.
Für Profis: Das professionelle Konto und seine Konsequenzen
Für einen sehr kleinen Kreis von erfahrenen Händlern bietet Plus500 die Möglichkeit, ein professionelles Konto zu beantragen. Um sich dafür zu qualifizieren, muss ein Trader strenge Kriterien erfüllen, wie zum Beispiel ein Finanzportfolio von über 500.000 € oder eine nachweislich hohe Handelsaktivität in der Vergangenheit.
Der Hauptvorteil dieses Kontostatus ist der Zugang zu einer deutlich höheren Hebelwirkung von bis zu 1:300 auf Indizes oder Währungen. Dieser höhere Hebel geht jedoch mit einem erheblichen Verlust von Schutzmechanismen einher: Professionelle Kunden verzichten auf ihr Recht auf den Anlegerentschädigungsfonds (ICF) und können sich nicht an den Finanzombudsmann wenden.
Obwohl Plus500 angibt, den Schutz vor negativen Kontoständen freiwillig auch für Profi-Konten beizubehalten, ist der Verzicht auf die regulatorischen Haupt-Schutzmechanismen ein hohes Risiko, das nur absolute Experten eingehen sollten.
Bewertung: Das Handelsangebot ist sehr breit. Die integrierten Analysewerkzeuge sind für die meisten Standard-Strategien absolut ausreichend und solide. Die Plattform ist jedoch ein geschlossenes System ohne die Erweiterbarkeit und Professionalität von offenen Plattformen wie MetaTrader. Aufgrund der guten Grundausstattung, aber der fehlenden Anpassbarkeit für Profis, vergeben wir in dieser Kategorie einen Score von 3,5 / 5,0.
Benutzerfreundlichkeit & Plattform (Score: 4,5 / 5,0)
Während das Handelsangebot von Plus500 hochriskant ist, müssen wir in dieser Kategorie eine der größten Stärken der Plattform anerkennen: die herausragende Benutzerfreundlichkeit. Das gesamte System ist darauf ausgelegt, den Einstieg so einfach und reibungslos wie möglich zu gestalten.
Der Registrierungsprozess: Schnell und digital
Die Eröffnung eines Kontos bei Plus500 ist ein vollständig digitaler und unkomplizierter Prozess. Neue Kunden geben zunächst nur ihre E-Mail und ein Passwort an, um direkten Zugang zum Demokonto zu erhalten.
Für die Eröffnung eines Echtgeldkontos müssen anschließend die üblichen persönlichen Daten und Erfahrungen im Handel angegeben werden. Der gesetzlich vorgeschriebene KYC-Prozess (Know-Your-Customer) zur Identitätsprüfung erfolgt ebenfalls online durch das Hochladen von Dokumenten und wird in der Regel schnell abgeschlossen.
Die Handelsplattform: Minimalistisch und Intuitiv
Die hauseigene Handelsplattform, sowohl als Web-Version (WebTrader) als auch als mobile App, ist das Aushängeschild von Plus500. Die gesamte Oberfläche wirkt bewusst minimalistisch und auf das Wesentliche reduziert. Es gibt keine überladenen Menüs oder verschachtelten Ansichten. Wichtige Informationen wie die Kursliste, der Chart und offene Positionen sind klar und übersichtlich angeordnet. Dieser Fokus auf eine saubere Optik macht die Navigation und das Platzieren der ersten Trades extrem einfach, selbst für Personen mit wenig Vorerfahrung.
Das Demokonto: Risikofreies Testen der Oberfläche
Ein herausragendes Merkmal ist das kostenlose und zeitlich unbegrenzte Demokonto. Es ist eine exakte Kopie der Echtgeld-Plattform und ermöglicht es, alle Funktionen mit virtuellem Geld risikofrei zu testen. Man kann sich mit der Ordermaske, den Charts und der gesamten Bedienung vertraut machen. Dies ist ein entscheidender Vorteil und ein faires Angebot.
Wir müssen jedoch eine klare Warnung aussprechen: Das Demokonto ist ideal, um die Benutzung der Plattform zu üben. Es ist ungeeignet, um das Traden zu erlernen, da der psychologische Druck des echten Geldeinsatzes fehlt – jener Faktor, der maßgeblich dazu beiträgt, dass 82 % der Kleinanlegerkonten Geld verlieren.
Bewertung: In Bezug auf die reine Benutzerfreundlichkeit leistet Plus500 exzellente Arbeit. Der Prozess von der Anmeldung bis zur Orderaufgabe ist nahtlos und die Plattform ist eine der intuitivsten am Markt. Das unbegrenzte Demokonto ist vorbildlich. Aufgrund dieser herausragenden Usability vergeben wir in dieser Kategorie einen Score von 4,5 / 5,0. Der kleine Abzug erfolgt, weil die extreme Einfachheit die Komplexität und die Risiken des zugrundeliegenden Produkts gefährlich stark in den Hintergrund rückt.
Kosten & Gebührenstruktur (Score: 1,5 / 5,0)
Auf den ersten Blick wirbt Plus500 mit einem attraktiven Modell: Der Handel sei provisionsfrei. Diese Aussage ist zwar technisch korrekt, aber für unerfahrene Anleger extrem irreführend. Die Realität ist, dass die Kostenstruktur komplex ist und die Gebühren an anderer Stelle anfallen – oft unbemerkt und mit gravierenden Folgen für das Handelsergebnis. Die Kosten sind einer der Hauptgründe, warum es so schwer ist, beim CFD-Handel profitabel zu sein.
Der Spread: Die grundlegende Gebühr für jeden Trade
Die primäre Gebühr für jede eröffnete Position ist der Spread. Dies ist die Differenz zwischen dem Ankaufs- und dem Verkaufskurs, den die Plattform anzeigt. Man kauft immer zum etwas höheren Kurs und verkauft zum etwas niedrigeren. Diese Differenz ist der direkte Verdienst des Brokers für die Transaktion. Die Spreads bei Plus500 sind variabel, das heißt, sie können sich je nach Marktvolatilität und Tageszeit ausweiten, was die Kosten unvorhersehbarer macht.
Die grundlegende Existenz der Gebühren betont Plus500 auf der dazugehörigen Unterseite zu Gebühren auf ihrem Webauftritt. Die genaue Höhe können Nutzer aber nur anhand der einzelnen Instrumente selbst berechnen.
Übernachtfinanzierungskosten: Der Grund, warum Zeit Ihr Feind ist
Dies ist der kritischste und für viele Trader teuerste Kostenpunkt. Für jede gehebelte Position, die über Nacht (nach einer bestimmten Cut-off-Zeit) gehalten wird, berechnet Plus500 eine Finanzierungsgebühr. Diese Gebühr wird fällig, weil der Broker Ihnen im Grunde das Geld für den gehebelten Teil Ihrer Position „leiht“.
Diese Übernachtfinanzierungskosten sind der Grund, warum das Halten von CFD-Positionen über längere Zeiträume äußerst kostspielig ist. Die Kosten laufen jede einzelne Nacht auf – auch an Wochenenden – und fressen kontinuierlich an potenziellen Gewinnen oder vergrößern bestehende Verluste. Sie sind ein unaufhaltsamer Abfluss von Kapital aus Ihrem Konto. Diese Kostenstruktur macht strategische, langfristige Investitionen über die Plus500-Plattform praktisch unmöglich und zwingt Trader in einen sehr kurzfristigen Handelshorizont.
Weitere Kosten
Zusätzlich zu den Spreads und den Übernachtfinanzierungskosten gibt es weitere Gebühren, die beachtet werden müssen:
- Inaktivitätsgebühr: Wenn Sie sich drei Monate lang nicht auf der Plattform einloggen, wird eine Inaktivitätsgebühr von bis zu 10 US-Dollar pro Monat fällig. Diese wird allerdings nur abgebucht, wenn noch ausreichend Geld auf dem Konto vorhanden ist.
- Währungsumrechnungsgebühr: Wenn Sie ein Instrument handeln, das in einer anderen Währung als Ihrer Kontowährung notiert (z.B. eine US-Aktie von einem Euro-Konto aus), fällt bei jeder Transaktion eine Währungsumrechnungsgebühr von bis zu 0,7 % an.
- Gebühr für garantierte Stop-Order: Die Nutzung der „Garantierten Stop“-Funktion, die vor Kursrutschern schützt, ist nicht kostenlos. Die Plattform berechnet dafür einen größeren Spread, die Funktion kostet also extra.
Bewertung: Die Kostenstruktur von Plus500 ist für Kleinanleger gefährlich. Das Marketing des „provisionsfreien“ Handels verschleiert, dass die Kosten an anderer Stelle anfallen. Insbesondere die hohen und unaufhaltsamen Übernachtfinanzierungskosten machen es extrem schwer, langfristig profitabel zu sein und zwingen zu kurzfristiger Spekulation. Diese Struktur ist nicht im Interesse des Anlegers, sondern primär auf den Verdienst des Brokers ausgelegt. Aufgrund dieses irreführenden und kostspieligen Modells vergeben wir in dieser Kategorie einen Score von nur 1,5 / 5,0.
Kundenservice & Support (Score: 2,0 / 5,0)
Ein erreichbarer und kompetenter Kundenservice ist bei einem Finanzdienstleister, bei dem es um das eigene Geld geht, von zentraler Bedeutung. Gerade bei einem so schnellen und risikoreichen Handel wie mit CFDs können prompte Antworten entscheidend sein. Unsere Analyse zeigt, dass der Support von Plus500 in seiner Struktur und der von Nutzern berichteten Leistung erhebliche Schwächen aufweist.
Digitale Kontaktwege ohne direkte Leitung
Plus500 setzt auf ein rein digitales Support-Modell, das 24/7 zur Verfügung steht. Die primären Kontaktwege sind:
- Live-Chat und WhatsApp: Dies sind die schnellsten Kanäle für allgemeine und dringende Anfragen.
- E-Mail / Ticket-System: Für komplexere Anliegen, die eventuell eine detailliertere Beschreibung oder Dokumente erfordern.
Ein entscheidender Nachteil ist das vollständige Fehlen einer Telefon-Hotline. Bei kritischen Problemen – etwa, wenn es um eine unklare Auszahlung oder gar ein gesperrtes Konto geht – gibt es keine Möglichkeit, sofort einen direkten Dialog mit einem Mitarbeiter zu führen. Diese auf Distanz ausgelegte Kommunikationsstrategie ist für einen Broker dieser Größenordnung ein klarer Minuspunkt und wird in vielen Kundenbewertungen kritisiert.
Service-Qualität in der Praxis
Obwohl der Support rund um die Uhr verfügbar ist, ist er einer der häufigsten Kritikpunkte in Nutzerberichten im Internet. Die Erfahrungen deuten auf ein klares Muster hin: Während einfache, standardisierte Anfragen oft schnell und zufriedenstellend beantwortet werden, zeigen sich bei komplexen und kritischen Problemen erhebliche Mängel.
Insbesondere bei Nachfragen zu Auszahlungen, Gebühren oder bei technischen Problemen wird der Service häufig als langsam, repetitiv und wenig lösungsorientiert beschrieben. Die mangelnde Fähigkeit des Supports, bei ernsten Anliegen schnell und effektiv zu helfen, ist eine signifikante Schwäche.
Bewertung: Die rein digitalen Kontaktwege und das Fehlen einer Telefon-Hotline sind für einen Finanzdienstleister nicht zeitgemäß. Die in zahlreichen Nutzerberichten dokumentierten Schwächen bei der Lösung von ernsten Problemen wiegen schwer. Ein Support, der bei kritischen Anliegen versagt, kann das Vertrauen der Kunden nicht aufrechterhalten. Aufgrund dieser strukturellen und qualitativen Mängel vergeben wir in der Kategorie Kundenservice & Support einen Score von nur 2,0 / 5,0.
Sicherheit & Regulierung: Ist Plus500 seriös? (Score: 4,8 / 5,0)
Eine der wichtigsten Fragen für jeden, der einem Online-Broker sein Geld anvertraut, ist die nach der Sicherheit und Seriosität des Anbieters. Gerade in der Welt des CFD-Handels, die in der Vergangenheit einen zweifelhaften Ruf hatte, ist dies von zentraler Bedeutung. In dieser Kategorie kann Plus500 mit Fakten überzeugen und seine grundlegende Legitimität unter Beweis stellen.
Hinweis: Es ist jedoch entscheidend, die Sicherheit des Unternehmens von dem Risiko des Handelsprodukts zu trennen. Plus500 selbst betont das hohe Risiko des CFD-Handels mit einem Banner auf Ihrer Website.
Strenge Regulierung durch mehrere Behörden
Plus500 ist kein unregulierter „Offshore-Broker“, sondern ein Unternehmen, das unter der Aufsicht mehrerer internationaler Finanzbehörden steht. Für Kunden aus der Europäischen Union ist primär die Lizenz der Cyprus Securities and Exchange Commission (CySEC) relevant. Diese Regulierung stellt sicher, dass Plus500 sich an die strengen EU-Finanzmarktrichtlinien (MiFID II) halten muss. Dazu gehören unter anderem:
- Die getrennte Aufbewahrung von Kundengeldern und Firmenvermögen.
- Die Einhaltung von Transparenzvorschriften.
- Regelmäßige Überprüfungen durch die Aufsichtsbehörde.
Börsennotierung an der London Stock Exchange als Vertrauenssignal
Ein noch gewichtigerer Beleg für die Seriosität des Unternehmens ist die Tatsache, dass die Muttergesellschaft, Plus500 Ltd., am Hauptmarkt der Londoner Börse notiert ist.
Ein an der Börse gelistetes Unternehmen unterliegt den höchsten Transparenzpflichten. Es muss regelmäßig geprüfte Geschäftsberichte veröffentlichen und seine Finanzlage offenlegen. Dies schafft ein Maß an Vertrauen und unternehmerischer Stabilität, das private oder unregulierte Anbieter nicht bieten können.
Der wichtigste Schutz für Trader: Keine Nachschusspflicht
Der entscheidendste Sicherheitsmechanismus für Sie als Anleger ist der gesetzlich verankerte Schutz vor negativen Kontoständen. Dank der europäischen ESMA-Regulierung können Kleinanlegerkonten nicht mehr Geld verlieren, als eingezahlt wurde.
Sollte eine Position durch extreme Marktbewegungen so schnell ins Minus rutschen, dass sie nicht rechtzeitig geschlossen werden kann, kann Ihr Kontostand maximal auf null fallen, aber niemals ins Negative geraten. Sie können dem Broker also niemals Geld schulden. Dieser Schutz vor einer Nachschusspflicht ist ein fundamentaler Sicherheitsstandard, der das hohe Risiko des CFD-Handels zumindest kalkulierbar macht.
Bewertung: In puncto Sicherheit des Unternehmensrahmens und regulatorischer Einbettung ist Plus500 vorbildlich aufgestellt. Die Kombination aus starker Regulierung durch anerkannte Behörden wie die CySEC, der Transparenz durch die Börsennotierung und dem garantierten Schutz vor Nachschusspflicht sorgt für ein Höchstmaß an Vertrauenswürdigkeit in den Anbieter selbst. Wir vergeben daher in dieser Kategorie einen Score von 4,8 / 5,0. Dieser exzellente Wert darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass er sich auf die Sicherheit des Brokers bezieht – das Risiko, Ihr eingesetztes Geld beim Handel zu verlieren, bleibt davon unberührt und extrem hoch.
Community-Check: Echte Erfahrungen mit Plus500
Um ein unverfälschtes Bild abseits der Marketing-Versprechen zu erhalten, haben wir uns intensiv mit den Erfahrungen echter Kunden auf Bewertungsportalen wie Trustpilot, in Finanz-Foren und auf Fachwebseiten auseinandergesetzt. Die Analyse zeigt ein sehr konsistentes und polarisiertes Meinungsbild, das die Stärken und Schwächen von Plus500 klar voneinander trennt.
Wiederkehrendes positives Feedback
Das Lob für Plus500 konzentriert sich fast ausschließlich auf die technische Umsetzung und die Benutzerfreundlichkeit der Plattform.
- Intuitive Handelsplattform: In positiven Kundenbewertungen wird immer wieder die sehr einfache, aufgeräumte und intuitive Bedienung der WebTrader-Plattform und der mobilen App hervorgehoben. Nutzer beschreiben, dass es sehr leicht ist, sich zurechtzufinden und erste Trades zu platzieren.
- Kostenloses Demokonto: Das zeitlich unbegrenzte und kostenlose Demokonto wird von vielen als fairer und wichtiger Vorteil genannt. Es ermöglicht, die Plattform ohne Risiko zu testen und sich mit den grundlegenden Funktionen vertraut zu machen.
- Seriöser Rahmen: Einige erfahrenere Nutzer merken zudem positiv an, dass es sich bei Plus500 um einen stark regulierten und börsennotierten Broker handelt, was eine grundlegende Seriosität des Unternehmens sicherstellt.
Wiederkehrendes negatives Feedback
Die Kritik an Plus500 ist deutlich vielfältiger und bezieht sich auf die tatsächliche Erfahrung beim Handel und im Umgang mit dem eigenen Geld.
- Hohe versteckte Kosten: Ein zentraler Kritikpunkt sind die hohen Gebühren, die nicht auf den ersten Blick ersichtlich sind. Insbesondere die täglichen Übernachtfinanzierungskosten werden als „extrem teuer“ und als „Gewinn-Killer“ beschrieben. Viele Nutzer berichten, dass diese Kosten es fast unmöglich machen, eine Position profitabel über mehrere Tage oder Wochen zu halten.
- Probleme und Verzögerungen bei der Auszahlung: Dies ist einer der häufigsten und gravierendsten Kritikpunkte. Zahlreiche Anleger schildern frustrierende Erfahrungen bei dem Versuch, ihr Geld auszuzahlen. Berichtet wird von tagelangen Verzögerungen, wiederholten und teils fadenscheinigen Forderungen nach neuen Dokumenten und einem Gefühl, hingehalten zu werden.
- Ineffektiver Kundenservice: Wie bereits erwähnt, wird der Kundenservice als eine der größten Schwächen empfunden. Die fehlende Telefon-Hotline, langsame Reaktionen und standardisierte, wenig hilfreiche Antworten führen zu großer Frustration, insbesondere wenn es um die bereits genannten Auszahlungsprobleme geht.
- Kontosperrungen: Die alarmierendsten Berichte handeln von plötzlich gesperrten Konten ohne klare Begründung, woraufhin der Support nicht mehr reagiert.
Einordnung der Community-Stimmen
Das Stimmungsbild in der Community ist nicht zufällig, sondern folgt einem klaren Muster: Die Oberfläche wird gelobt, die dahinterliegenden Prozesse werden kritisiert. Positive Bewertungen stammen oft von Nutzern, die sich noch im Demokonto-Modus befinden oder nur wenige, schnelle Trades gemacht haben. Die massive Kritik entzündet sich fast immer dann, wenn Nutzer versuchen, Gewinne zu realisieren und auszuzahlen, oder wenn sie die vollen Auswirkungen der Kostenstruktur zu spüren bekommen, die ihnen zuvor nicht vollständig bewusst war.
Die wiederkehrenden Berichte über Auszahlungsprobleme und einen ineffektiven Support bei ernsten Anliegen deuten auf systemische Schwächen hin, die weit über Einzelfälle hinauszugehen scheinen.
Bei der harten Kritik sollte allerdings auch die Möglichkeit betrachtet werden, dass viele Enttäuschungen an dem Service dadurch entstehen, dass sich die Nutzer nicht ausführlich mit den Gebührenstrukturen und ihren Auswirkungen auf ihren Gewinn sowie dem generell sehr hohen Risiko bei Hebel-Investitionen auseinandergesetzt haben und dann negative Reviews schreiben, wenn ihre Gewinne nicht ihren Vorstellungen entsprechen, was nicht unbedingt der Plattform zugeschrieben werden kann.
Manche Plus500-Erfahrungen nennen ebenso als Grund für den niedrigen Sterne-Wert, dass die Plattform keine langfristigen Investitionen anbietet. Wer sich als Nutzer aber für den CFD-Handel entscheidet, sollte bei Plus500 von vorne herein einen Fokus auf Daytrading legen. Manches an der Kritik an Plus500 stammt also auch aus einer nicht ausreichenden Recherche darüber, ob der Anbieter zu dem eigenen Investitionsplan passt.
Für wen ist Plus500 geeignet (und für wen nicht)?
Nach unserer detaillierten Analyse ist klar: Plus500 ist ein hochspezialisiertes Werkzeug für eine sehr kleine Nische und für die überwältigende Mehrheit der Menschen, die ihr Geld anlegen möchten, die völlig falsche Wahl. Eine ehrliche Selbsteinschätzung der eigenen Ziele und Risikotoleranz ist hier unerlässlich.
Ideal für: Den informierten, spekulativen Day-Trader
Plus500 eignet sich ausschließlich für sehr erfahrene und aktive Trader, die die Funktionsweise von CFDs und Hebelprodukten bis ins Detail verstehen. Dieser Nutzer-Typ:
- Sucht keine langfristige Geldanlage, sondern die Möglichkeit, auf kurzfristige Kursschwankungen zu spekulieren.
- Versteht die Kostenstruktur, insbesondere die Übernachtfinanzierungskosten, und richtet seine Strategie darauf aus, Positionen nur sehr kurze Zeit zu halten (Intraday-Trading).
- Handelt ausschließlich mit Risikokapital, also Geld, dessen Totalverlust er nicht nur verkraften kann, sondern mental auch einkalkuliert.
- Schätzt die einfache Oberfläche von Plus500 für schnelle Orderausführungen und ist sich der funktionalen Limitierungen bewusst.
Absolut ungeeignet für: Langfristige Anleger und Einsteiger
Für den Großteil der regulären Privatanleger, die kein Expertenwissen besitzen, ist Plus500 ungeeignet. Dies gilt insbesondere für:
- Anfänger, die ihre erste Erfahrung mit der Börse machen möchten. Die Kombination aus scheinbarer Einfachheit und extremem Risiko ist eine gefährliche Falle.
- Langfristige Investoren, die ein Vermögen für die Altersvorsorge oder andere Ziele aufbauen wollen. Das Produkt CFD ist dafür konzeptionell ungeeignet und die Kostenstruktur macht das Halten von Positionen über längere Zeiträume äußerst kostspielig.
- Jeden, der nicht bereit ist, das hohe Risiko einzugehen, sein Geld vollständig und schnell zu verlieren.
Für diese große Gruppe ist ein klassischer ETF-Sparplan oder der Kauf von echten Aktien bei einem regulären Online-Broker die unendlich bessere und sicherere Wahl. Wer bei Plus500 handeln möchte, sollte äußerst vorsichtig sein.
Q&A: Häufig gestellte Fragen zu Plus500
Ist Plus500 Betrug?
Nein, Plus500 ist kein Betrug. Das Unternehmen ist durch mehrere Finanzbehörden, darunter die Cyprus Securities and Exchange Commission (CySEC) für Europa, streng reguliert und die Muttergesellschaft ist am Hauptmarkt der Londoner Börse notiert. Diese Faktoren gewährleisten eine hohe unternehmerische Transparenz und Seriosität. Das Problem ist nicht der Broker selbst, sondern das hochriskante Produkt CFD, bei dem die meisten Kleinanleger ihr Geld verlieren.
Warum verlieren 82 % der Kleinanlegerkonten Geld?
Dieser hohe Prozentsatz hat drei Hauptgründe:
- Der Hebel: Der Hebel vervielfacht nicht nur potenzielle Gewinne, sondern vor allem Verluste. Kleine Marktbewegungen können zum schnellen Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen.
- Die Kosten: Die Kombination aus Spreads und insbesondere den täglichen Übernachtfinanzierungskosten schmälert kontinuierlich das Guthaben und macht es schwer, profitabel zu bleiben.
- Die Psychologie: Kurzfristiger Handel ist extrem anspruchsvoll und verleitet zu emotionalen, oft falschen Entscheidungen.
Kann ich bei Plus500 echte Aktien kaufen?
Nein. Dies ist ein entscheidender Punkt. Plus500 bietet ausschließlich den Handel mit Differenzkontrakten (CFDs) an. Sie besitzen zu keinem Zeitpunkt die echte Aktie oder den Basiswert, sondern spekulieren nur auf dessen Kursveränderung.
Wie hoch ist die Mindesteinzahlung?
Die Mindesteinzahlung bei Plus500 beträgt in der Regel 100 € bei Einzahlungen per Kreditkarte, Debitkarte oder elektronischen Geldbörsen wie PayPal. Es gibt eine Ausnahme: Wenn Sie per Banküberweisung einzahlen möchten, beträgt die Mindesteinlage 500 €.
Wie lange dauert eine Auszahlung bei Plus500?
Plus500 gibt eine interne Bearbeitungszeit für Auszahlungsanträge von 1-3 Werktagen an. Danach kommt noch die Bearbeitungszeit der jeweiligen Zahlungsmethode hinzu. Es muss jedoch beachtet werden, dass zahlreiche Kundenbewertungen von signifikanten Verzögerungen berichten, die über diesen Zeitrahmen hinausgehen, oft aufgrund zusätzlicher Verifizierungsanfragen des Brokers.
Muss ich Gewinne von Plus500 versteuern?
Ja. Alle Gewinne, die Sie beim Trading mit Plus500 erzielen, unterliegen in Deutschland der Kapitalertragsteuer (plus Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer). Da Plus500 ein ausländischer Broker ist, wird die Steuer nicht automatisch abgeführt. Sie sind als Anleger selbst dafür verantwortlich, Ihre Gewinne in der jährlichen Steuererklärung (Anlage KAP) anzugeben.
Gibt es eine bessere Alternative zu Plus500?
Das hängt vollständig von Ihrem Ziel ab:
- Wenn Sie langfristig in echte Aktien oder ETFs investieren möchten, sind klassische Online-Broker oder Neobroker die deutlich bessere und sicherere Wahl.
- Wenn Sie bewusst das hohe Risiko des CFD-Handels eingehen möchten, gibt es andere spezialisierte CFD-Broker, wie IG, oder breit gefächerte Broker wie eToro, die neben CFD auch andere Finanzinstrumente für Investitionen anbieten. Das extrem hohe Verlustrisiko bleibt jedoch bei allen Anbietern bestehen.
Ob die anderen Anbieter besser oder schlechter sind, hängt individuell von Ihren Investitionszielen und Strategien ab.
Fazit & finaler „Verbraucherschutz.tv-Score“
Plus500 ist ein Broker der Extreme und hinterlässt in unserem Test ein tief gespaltenes Bild. Auf der einen Seite steht ein zweifellos seriöses, durch die Londoner Börse transparentes und durch Behörden wie die CySEC stark reguliertes Unternehmen. Die Handelsplattform ist in puncto Benutzerfreundlichkeit eine der besten am Markt und der Schutz vor Nachschusspflicht bietet einen wichtigen Sicherheitsanker.
Auf der anderen Seite steht das Produkt selbst: der CFD-Handel. Die Kombination aus hohem Hebel, einer für Laien undurchsichtigen Kostenstruktur und den hohen Übernachtfinanzierungskosten schafft ein Umfeld, in dem die überwältigende Mehrheit der Kleinanleger zwangsläufig Geld verlieren muss. Die intuitive Plattform mag den Einstieg erleichtern, verschleiert aber die enorme Komplexität und das finanzielle Risiko, das der Nutzer eingeht. Wie die Analyse der Kundenbewertungen zeigt, treten die gravierendsten Probleme bei den entscheidenden Prozessen wie der Auszahlung und im Kundenservice auf.
Unsere Bewertung ist daher eindeutig: Plus500 ist kein Ort für eine Geldanlage oder den Vermögensaufbau. Es ist eine hochspezialisierte Trading-Plattform für erfahrene Day-Trader. Für jeden, der nicht handeln möchte, äußerst vorsichtig zu sein und den Totalverlust seines Kapitals in Kauf zu nehmen, ist von diesem Anbieter dringend abzuraten.
Verbraucherschutz.tv-Score für Plus500: 3,3 / 5,0 (Befriedigend)
- Benutzerfreundlichkeit & Plattform: 4,5/5,0
- Handelsangebot & Plattform-Funktionen: 3,5/5,0
- Kosten & Gebührenstruktur: 1,5/5,0
- Kundenservice & Support: 2,0/5,0
- Sicherheit & Regulierung: 4,8/5,0
Fazit: Ein seriöser Broker mit einer Top-Plattform, dessen hochriskantes Produkt und Kostenmodell für reguläre Kleinanleger jedoch nur sehr eingeschränkt zu empfehlen ist.